Fräulein Esther - der Buchtrailer

Unbeeindruckt von den Verlockungen des Sommers arbeiteten wir im stillen Kämmerlein an einem Buchtrailer für „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“. Es ist das erste Mal, dass wir uns an ein solches Projekt heranwagten. Natürlich mit professioneller Hilfe. Das Ergebnis kann sich – wir hoffen, Ihr teilt unsere Einschätzung – sehen und … hören lassen. Die schöne Musik stammte von James McConnel (Universal Music) und Frédéric Sans (Kapagama).

Fräulein Esther … So sah sie in Wirklichkeit aus

schlüsselloch300Da sich die Arbeiten an Fräulein Esther – zwischen Fakten und Fiktion doch etwas in die Länge ziehen, gestatten wir unseren Lesern einen Blick durchs Schlüsselloch. Dahinter … Fräulein Esther als junges Schulmädchen, noch lange vor dem Krieg. Keck, ohne jede Scheu blickt sie in die Kamera, ein Löwenbaby fest umklammernd. Entstanden ist dieses Bild aller Wahrscheinlichkeit nach im Warschauer Zoo, dessen Direktor, Jan Żabiński, ein Jahrzehnt später den aus dem Warschauer Ghetto entflohenen Juden Unterschlupf gewähren sollte. Wir danken der Leiterin des Korczakianums, Frau Marta Ciesielska, für die freundliche Überlassung des Bildes.

Gut Ding will Weile …

Wie Esther_Beiheftbereits angekündigt arbeiten wir an einem Beiheft zu „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“, das allerdings erst zur Frankfurter Buchmesse – sprich: am 01. Oktober 2014 – erscheinen wird. In „Fräulein Esther – zwischen Fakten und Fiktion“ (so der aktuelle Titel der Publika- tion) wird es – neben historischem Bildmaterial – solche schönen Collagen geben …

„Fräulein Esther – zwischen Fakten und Fiktion“ gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen von „Fräulein Esthers letzte Vorstellung“. Der Herr Doktor, Frau Stefa, ihre 200 Kinder – wer waren diese Menschen? Wieso verließen sie ihr „Weißes Haus“? Wie lebten sie im Warschauer Ghetto? Welche kleinen Rituale halfen ihnen dort, den schweren Alltag zu meistern? Und wer brachte Korczak auf die Idee, in dieser dunklen Zeit ein Theaterstück aufführen zu lassen?

Recht auf eine eigene Schublade

P82A2252Bereits 1912 besaß in Janusz Korczaks Waisenhaus jedes Kind eine eigene Schublade, in der es seine Schätze verbergen konnte. Niemand – es sei denn mit seinem Einverständnis – durfte hineinschauen. Damit respektierten der Herr Doktor und seine Mitarbeiter zweierlei: das Recht des Kindes auf Eigentum und sein Recht auf Privatsphäre. In dem Haus in der Krochmalna-Straße gab es hierfür einen soliden Eichenschrank mit 100 Kassetten. Im Warschauer Ghetto mussten Pappschachteln als Ersatz dienen. Wir haben den Fotografen Tymoteusz Lekler gebeten, die dazugehörige Illustration aus “Fräulein Esthers letzte Vorstellung” dreidimensional werden zu lassen.

Fräulein Esther …

1Über die junge Erzieherin aus Janusz Korczaks Waisenhaus ist nur wenig bekannt. Dank Korczaks Ghetto-Tagebuch wissen wir allein, dass sie die Theathergruppe leitete, die im Sommer 1942, wenige Wochen vor der gewaltsamen Auflösung des Dom Sierot, Rabindranath Tagores Drama „Das Postamt“ aufführte. Und dass sie von einem schönen Leben träumte. Einem Leben „weder lustig noch leicht“. Eine Kollegin beschreibt sie als eine „unscheinbare” junge Frau, ein wenig ernst und gedankenverloren. Ihr hervorstechendstes äußerliches Merkmal – eine riesige Hornbrille und dichtes, schulterlanges Haar. Unglücklicherweise blieb kein Foto von ihr erhalten. Und so haben Schwarz-Weiß-Bilder junger Erzieherinnen, die vor und während des Krieges in jüdischen Waisenhäusern arbeiteten, den Autoren dieses Buches als Inspiration dienen müssen. Weitere Bilder hier.

Mitten im Buch ein Fenster …

internetTeil der dreiteiligen Allonge, die Korczaks Waisenhaus in der Krochmalna-Straße für einen kurzen Moment auferstehen lässt, um dem Betrachter nach dem Öffnen der Seitenflügel einen Blick in sein Inneres zu gestatten. Auf 100 Kinder, Herrn Doktor, Frau Stefa und … Lutek, der seine Geige nie aus den Händen gibt. Nicht einmal im Schlaf.

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