Fräulein Esthers letzte Vorstellung

Adam Jaromir / Gabriela Cichowska

Spröde Lakonik ist der erschütternde Grundton, in dem, gestützt auf hinterlassene Notizen Korczaks, Jaromir den Arzt und die fiktive zwölfjährige Genia von den letzten Wochen des Waisenhauses erzählen lässt. Beide benutzen die Gegenwartsform, ein Duktus, der sofort einen Sog ausübt. Jeder Satz wird zum stillen Schlag, der beklemmende Gedanken in Bewegung setzt … Dort, wo das Grauen herrscht, gewährt die Literatur eine Atempause … FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Das aufwendig gestaltete, dokumentarische wie lyrisch verdichtete Buch erinnert an Menschen, die Kindern auch in finsteren Zeiten mit Respekt und Kunst beistehen. NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Ein einzigartiges Meisterwerk, in dem Text und Bild eine Geschichte von den letzten Monaten in Janusz Korczaks Waisenhaus im Warschauer Ghetto erzählen.SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Traurig und schön. Und so sind auch seine Bilder, in die man versinkt … JÜDISCHE ALLGEMEINE

Es ist eine aufwühlende wahre Geschichte, die hier in knappen Sätzen und mit großen, traumartigen Illustrationen in erdigen Farbtönen erzählt wird. […] Ein erschütterndes Buch, eine große Erinnerung.DIE ZEIT

 

ZUM INHALT:

Warschauer Ghetto, Mai 1942. Eine Zeit äußerster Not. Bereits anderthalb Jahre zuvor musste Korczaks Waisenhaus ins Ghetto übersiedeln.Das lichtdurchflutete Haus in der Krochmalna, das Recht auf eigenen Raum und Bewegung, die fröhlichen Sommerkolonien – all dies scheint jetzt nur noch ein Traum. Korczak und seine Mitarbeiter sind verzweifelt. Wie unter diesen Umständen Ruhe bewahren? Wie Trost und Zuversicht spenden? Im Traum kommt Korczak die Idee, die Kinder ein Theaterstück des indischen Dichters Rabindranath Tagore aufführen zu lassen. Während der „Alte Doktor“ im Ghetto um Lebensmittel für seine Kinder bettelt, üben diese unter Anleitung Fräulein Esthers ihre Rollen ein, vergessen dabei Krankheit und Hunger …

Eine ergreifende Hommage an die Zöglinge und Mitarbeiter des Dom Sierot, Menschen wie die 12-jährige Genia, denen der Traum vom Theater – wenn auch nur für wenige Stunden – eine Flucht bot, in eine bessere Welt, oder wie Fräulein Esther, die selbst in der Stunde großen Sterbens nicht versäumte, für die Schwächsten da zu sein, und die genau wie sie von einem „schönen Leben“ träumte, einem Leben „weder lustig noch leicht“.

Ein aufwändig gestaltetes Buch, das sowohl durch seinen bewegenden Text als auch die ausdrucksstarken Illustrationen Gabriela Cichowskas besticht.

Sein Herzstück bildet eine dreiteilige Allonge, die Korczaks Waisenhaus in der Krochmalna-Straße für einen kurzen Moment auferstehen lässt, um uns nach dem Öffnen der Seitenflügel einen Blick in sein Inneres zu gestatten.

Allonge

Die Recherchen zu Fräulein Esthers letzte Vorstellung wurden im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Der Druck dieses Buches wurde vom Polnischen Buchinstitut unterstützt.

BUCHTRAILER

Fräulein Esthers letzte Vorstellung

Adam Jaromir (Text und Storyboard)
Gabriela Cichowska (Illustrationen)
Fräulein Esthers letzte Vorstellung.
Eine Geschichte aus dem Warschauer Ghetto

124 S., farbig ill., geb.
Gimpel Verlag
1. Aufl., Juni 2013
ISBN 978-3-9811300-8-9
29,90 € / 30,80 €[A] / 43,90 CHF

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 (Sachbuch)

Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2014

Cover-Download

Hinweis:
der angekündigte Titel Fräulein Esther – zwischen Fakten und Fiktion befindet sich noch in Vorbereitung. Ein Erscheinungstermin ist zunächst nicht abzusehen.